Elterninformation zum Jugendtrainingsbetrieb

12 Mai 2020

Liebe Saar 05er,

die Diskussionen über das weitere Vorgehen bzw. den „richtigen“ Weg in der „Corona-Krise“ werden immer intensiver und differenzierter geführt. Dabei werden die Nebenwirkungen des „Lock Downs“ immer mehr in den Blick genommen, wie zum Beispiel die sozialen, psychischen und wirtschaftlichen Folgen für die Bevölkerung.

Am 6.5.2020 haben Bund und Länder vereinbart, weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen, abhängig vom Infektionsgeschehen, weitgehend in die Hände der Ministerpräsidenten, der Landkreise, Städte und Kommunen zu legen. Neu eingeführt wurde eine „Obergrenze“ des Infektionsgeschehens. Wenn in Landkreisen oder kreisfreien Städten mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche registriert werden, können bestehende Lockerungen der Corona-Beschränkungen wieder zurückgenommen werden.  

Da die Zahl der aktuell Infizierten im Saarland kontinuierlich zurückgegangen ist (am 10.5. 239) und weniger Neuansteckungen registriert wurden, hat die Landesregierung etliche Lockerungen in mehreren Bereichen auf den Weg gebracht, die das neue „Leben mit Corona“ in Gang bringen sollen. Es bleibt zu hoffen, dass die Lockerungen das Sozial- wie auch das Wirtschaftsleben positiv beeinflussen werden, ohne das Infektionsgeschehen wieder signifikant zu beschleunigen.

Die aktuelle Rechtsverordnung der Landesregierung räumt den Menschen nun mehr Möglichkeiten ein, bisher gänzlich untersagte sportliche Aktivitäten wieder aufzunehmen. Dabei wurde insbesondere festgelegt, dass der Trainingsbetrieb von Individualsportarten im Breiten- und Freizeitbereich an der frischen Luft im öffentlichen Raum oder auf öffentlichen oder privaten Freiluftsportanlagen unter strengen Bedingungen, u.a. zur Hygiene und zum Abstand, wieder aufgenommen werden kann. Allerdings gelten diese Erleichterungen explizit nur für sogenannte Individualsportarten (Tennis, Leichtathletik, Golf u.s.w.).

Was bedeutet das für Mannschaftssport, wie Fußball?

Unter strikter Anwendung des Wortlauts der Rechtsverordnung ist unseres Erachtens das Ausüben von Mannschaftssport nach wie vor untersagt. In diesem Sinne äußert sich auch die Sprecherin des Ministeriums für Inneres und Sport in einem Bericht der Saarbrücker Zeitung vom 8. Mai 2020: „Nach wie vor ist die Ausübung von Mannschaftssport nach der Verordnung nicht erlaubt.“ Weiter heißt es in dem SZ-Artikel dann etwas einschränkend: „Wird der Trainingsbetrieb von klassischen Mannschaftsportarten so umgestaltet, dass keine Wettkampfsimulation oder ähnliches stattfindet, sondern ein individuelles Training des Einzelnen unter Beachtung der vorgeschriebenen Maßnahmen, so ist auch in diesen Bereichen die Aufnahme des Trainingsbetriebes möglich.“ Aus unserer Sicht beinhaltet diese Interpretation der Verordnung erhebliche Rechtsunsicherheiten für die Verantwortlichen, falls etwas passieren sollte. Vereinen droht in diesem Fall ein Bußgeld bis zu 25.000 Euro. Auch der am Freitag vom DFB veröffentlichte sehr umfangreiche Leitfaden mit Vorgaben zum Wiedereinstieg ins Training kann diese Rechtsunsicherheiten nicht beseitigen, da in jedem Bundesland andere Regeln gelten und somit die Rechtslage regional unterschiedlich ist.

Wir haben uns bewusst für diesen langen Vorspann entschieden, um Ihnen zu verdeutlichen in welch einer schwierigen Situation die Verantwortlichen von Saar 05, der Vorstand, der Jugendleiter und der Jugendkoordinator, sich gerade befinden.

Die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes im Fußball „unter Beachtung der Corona-Regeln“ stellt eine große Herausforderung für alle Beteiligten dar. Es bedarf eines klaren organisatorischen Konzeptes, extremer Disziplin jedes Einzelnen und vor allem zunächst auch klarer Rechtsregeln. 

Wir, der Vorstand und die Verantwortlichen für den Jugendbereich, sind uns der Verantwortung bewusst, die uns von der Politik auferlegt wird. Dieser Verantwortung wollen wir mit folgender Maxime gerecht werden:

„Die Gesundheit des Einzelnen und der Schutz aller ist das oberste Gebot und die Leitlinie all unserer Entscheidungen.“

Unter der Maßgabe dieser Guide-Line wollen wir wie folgt vorgehen:

  1. Wir planen derzeit einen völlig anderen als den bisher gewohnten normalen Trainingsbetrieb grundsätzlich nach Pfingsten wieder aufzunehmen.
  2. Der neue „Trainingsbetrieb unter den Corona-Regeln“ benötigt zunächst ein klar durchdachtes organisatorisches Rahmenkonzept, das Sicherheit und Praktikabilität verbindet. Dieses Konzept wird in den nächsten 2 Wochen unter Berücksichtigung der aktuellen Rechtslage, der politischen Entscheidungen und des Infektionsgeschehens erarbeitet.
  3. Für welche Altersstufen ein Trainingsbetrieb unter Corona-Regeln verantwortungsvoll und sinnvoll stattfinden kann, müssen wir entscheiden.
  4. Wie der Trainingsbetrieb auf dem Platz organisiert und konkret durchgeführt wird, wird gemeinsam mit den Trainern erarbeitet.
  5. Unabhängig davon was der Verein entscheidet, liegt die Verantwortung, nur „symptomfreie“ Kinder und Jugendliche zum Training zu bringen, bei den Eltern. Ohne eine ausdrückliche Versicherung, dass die Eltern bereit sind, hier zu unterstützen, kann keine Trainingsteilnahme stattfinden.

 

Wir alle brennen darauf, dass unsere Kids sobald wie möglich in ihren Teams wieder Fußball spielen können. Wir müssen bei den dafür notwendigen Entscheidungen und Maßnahmen dabei allerdings mit größter Sorgfalt und Verantwortung vorgehen. Dazu brauchen wir die Unterstützung von allen!

 

Wir sind zuversichtlich und schauen positiv nach vorne! Haltet es genauso und unterstützt uns bei den anstehenden Herausforderungen!

 

Bei Fragen wendet euch bitte per E-Mail an den Jugendleiter Uli Möhler: ulimoehler@me.com

 

Beste Grüße

Die Jugendleitung

  

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