Eine Niederlage die Mut macht

26 Aug 2015

Die Voraussetzungen für das Spiel waren alles andere als gut: Neben dem eigentlich fest eingeplanten Christoph Holste konnte überraschenderweise auch der bisher so starke Torwart Marc Birkenbach nicht beginnen. Er hatte sich im letzten Spiel einen Muskelfaserriss in der Schulter zugezogen und muss mindestens zwei Wochen pausieren.

Entsprechend niedrig waren die Erwartungen der mitgereisten Fans, die sich im riesigen Rund des schmucken Fritz-Walter-Stadions recht verloren vorkamen.

Doch schon anfangs rieben sich die Anhänger der Söhne Saarbrückens verwundert die Augen. Die Jungs von Erik und Timon Seibert erstarrten keineswegs vor Respekt, sondern spielten von Beginn an beherzt und engagiert. Sie zeigten den etwas pomadig wirkenden Jungprofis aus der Bundesligastadt, dass sie keineswegs gewillt waren, die Punkte kampflos abzuliefern. Bereits in der 6. Minute setzte Dausend mit einem Freistoß ein erstes Ausrufezeichen. In der 16. Minute setzte sich Engel schön auf rechts durch, doch seine Maßflanke konnte Anton nicht verwerten.

Der SV Saar 05 bestimmte das Geschehen und der FCK hatte Mühe mit zu halten. Jedoch erzielten die Jungs von Trainer Fünfstück in der 35. Minute ein Tor, das aber wegen Abseitsstellung nicht zählte. Kurze Zeit später folgte dann aber doch die kalte Dusche für die feldüberlegenen Gäste. Nach einem Foul an der Strafraumgrenze setzte Kapitän Mario Pokar den Freistoß unhaltbar ins linke obere Torwarteck. Der bis dahin wenig geprüfte Lehmann war chancenlos.

Trotz dieses Nackenschlages steckten die St. Johanner nicht auf, sondern erarbeiteten sich weitere gute Chancen durch Krauß und Dausend, die aber beide nicht verwertet werden konnten.

Besser machte es dann Schug kurz nach der Pause. Mit einem geschickten Freistoß aus rechter Position an der Strafraumgrenze konnte er den verdutzten Torwart Pollersbeck überwinden.

Der SV Saar 05 drückte weiter aus Tempo. In der 55. Minute setzte Engel einen fulminanten Weitschuss knapp am Tor vorbei. In der 65. Minute wurde Dausend schön freigespielt, stand aber knapp im Abseits. In der Folgezeit ließen die Kräfte der Gäste -ob des mörderischen Tempos der ersten Stunde- etwas nach und der Favorit aus der Pfalz witterte Morgenluft. Resultat waren ein Lattenschuss und ein leicht verzogener Freistoß wiederum von Pokar. Doch Saar blieb durch Konter gefährlich. Der gerade eingewechselte Hertel hatte die Riesenchance kurz nach seiner Einwechslung für die Vorentscheidung zu sorgen. In der 73. Minute ging er alleine auf das gegnerische Tor zu, konnte das Spielgerät aber nicht optimal verarbeiten, sodass der mögliche Führungstreffer nicht gefeiert werden konnte. Feiern konnten hingegen in der 83. Minute die Gastgeber. Nach einem schlampig verlorenen Ball in der Vorwärtsbewegung ließ sich der kaltschnäuzige Glatzel die Chance nicht entgehen und vollendete zum glücklichen Sieg des Favoriten.

Fazit: Es sollte wieder mal nicht sein. Trotz der bisher besten Leistung in der noch jungen Saison, standen die Spieler aus Saarbrücken am Ende mit leeren Händen da. Das tut weh! Die Art und Weise der Niederlage macht aber auch Hoffnung für die Zukunft. Mit einem ähnlich engagierten Auftritt sollte nicht allzu ferner Zukunft der Bock umgestoßen werden können.

Daten zum Spiel

Ergebnis: 1. FC Kaiserslautern II – SV Saar 05 Saarbrücken 2:1 (1:0)

Aufstellung SV Saar 05: Lehmann –GORNIK, BRITZ, Löber, Krauß– ENGEL, Seibert, Cisse (85. Marte), Schug – Anton (79. Hertel), Dausend

Tore: 1:0 (39. Min.) Pokar 1:1 (48. Min.) Marcel Schug 2:1 (83.Min.) Glatzel

Besondere Vorkommnisse:

84.Minute Gelb/Rote Karte Reichert wegen absichtlichen Handspiels

Zuschauer: 255

 

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